Jahresbericht 2005/2006. HFG Karlsruhe
Dienstag, 30.01.2007
Publikation der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Herausgegeben von der Hochschule. Eigenverlag, 2007, keine ISBN, deutsch/englisch, 191 Seiten mit zahlreichen Abb., Broschur, Format 29 x 23 cm, € 15.–
Heftiger Professorenwechsel charakterisierte den Berichtszeitraum 2005/2006 an der HFG Karlsruhe und so manchem Lehrenden wurde erst im Nachhinein klar, dass temporäre Lehrtätigkeit nicht nur eine angenehm kurze, intellektuelle Abwechselung, sondern auch ein Hindernis für kontinuierliches Arbeiten mit und Betreuen von Studenten sein kann. Gerade in einer Zeit, die von Vernetzung, Interdisziplinarität und Kooperation auf internationaler Ebene geprägt ist, rächen sich häufige Wechsel im Lehrkörper. Den temporären Professoren bleibt lediglich die kurzfristige Projektarbeit, die sich zwar gut darstellen lässt, aber im Sinne der Vernetzung zu kurz greift. Immerhin wurde durch den Übergang zur Zweisprachigkeit in den internen und externen Präsentationen ein deutliches Zeichen gesetzt, wohin die Reise gehen soll.
Die Hochschule unter ihrem Rektor Peter Sloterdijk reklamiert für sich den „geheimen Exzellenz-Status einer `Insel der Seligen`“, wie es Alumnus Cai Werntgen im Interview ausdrückt. Besonders förderlich ist hier die Zusammenarbeit mit dem benachbarten ZKM/Zentrum für Kunst und Medientechnologie, die einen ständigen Austausch über die neuesten Medientechnologien ermöglicht. Im theoretischen Bereich sind die zentralen Themen weiterhin der poststrukturalistische Diskurs und die Frage nach dem Bild, „nach seinem ästhetischen Status, nach seiner epistomologischen Relevanz“, wie Rektor Peter Sloterdijk im Interview ausführt.
Herausragende Projekte, von Studenten vorbeitet und durchgeführt, waren die Weiterarbeit am Projekt OASIS, das der Vernetzung von existierenden digitalen Medienarchiven dient, die Designkonferenz „Communication Next 2006“ des Fachbereichs Kommunikationsdesign und der Beitrag der Fachgruppe Medienkunst im Rahmen der Jahresausstellung „Sommerloch 2005“. Ihre Ausstellung „Empty rooms“ negierte die gewohnte Form der Medienkunst, verweigerte sich Computern und Monitoren und mündete in eine international viel beachtete Zeitung, die „Munitionsfabrik“.
Der Beitrag erschien in den Artheon-Mitteilungen der Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche Nr. 26 (April 2008).
Burkhard Held. Out of Face
Dienstag, 30.01.2007
Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Michael Schultz, Berlin, vom 23.06. – 31.07. 2007. Hg. von der Galerie. Mit einem Text von Jürgen Schilling. Eigenverlag, Berlin, 2007, ISBN 3-939983-08-8, deutsch/englisch, 46 Seiten, mit 16 Farb- und einer s/w-Abb., Broschur, Format 29 x 23 cm, € 15.–
Der 1953 in Berlin geborene und dort seit 1993 an der Universität der Künste als Professor lehrende Burkhard Held präsentiert in diesem Katalog eine Reihe von harten Boxerportraits der besonderen Art. Er zeigt die Kämpfer nicht in typischen Situationen im Ring, sondern als konzentrierte, rohe Kopfstudien, die in intensiver, heftiger, fleckiger Farbigkeit eine ganze Bandbreite von Emotionen zwischen Sieg und Niederlage beschreiben. Nicht die prahlerischen Auftritte der Gladiatoren vor dem Pressekorps malt er, sondern die Minuten nach dem Kampfende, wenn die Gesichter schwitzend und blutend, die Augen verquollen und die Blicke leer sind. Jetzt ist die Pose zerfallen und ein ungefilterter Blick in die Psyche möglich, die Held in „flammend-aggressivem“ Kolorit und „berstender Dynamik“ präsentiert.
Der Beitrag erschien in den Artheon-Mitteilungen der Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche Nr. 26 (April 2008).
Neuer Reichtum. 11 Positionen_Kunsthochschule Kassel
Mittwoch, 17.01.2007
Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Kasseler Kunstverein vom 05.02. – 23.04. 2006. Hg. vom Kasseler Kunstverein. Mit zahlreichen Gesprächen, geführt von Bernhard Balkenhol, Dirk Pörschmann und Jörn Peters. Eigenverlag, Kassel, 2006, ISBN 3-927941-43-3, 114 Seiten, zahlreiche Abb., Klappbroschur, Format 25 x 21 cm, € 12.–
Neuen Reichtum, zumindest immaterieller Art, versprechen die neuen Professoren der Kunsthochschule Kassel. Wichtiger als die ausgestellten Werke sind dem Katalog ausführliche Interviews. „Sie erzählen Biographisches, konzentrieren sich aber schnell auf das künstlerische, gestalterische oder wissenschaftliche Selbstverständnis, aus dem die Praxis der Lehre sich gründet.“(Balkenhol) In der Ausstellung treten alle fünf Studiengänge gemeinsam auf: Freie Kunst, Kunstpädagogik, Kunstwissenschaft, Visuelle Kommunikation und Design verdeutlichen so auch den Anspruch der Hochschule, sich nicht nur als Verwaltungs-, sondern auch als kreative Einheit zu verstehen, deren Ziel es ist, „Synergien zu nutzen und interdisziplinäre Projekte zu entwickeln“. Die Studenten durften so auch kräftig zum Gelingen des Katalogs beitragen und verspürten dabei vielleicht weniger den Schmerz des Schaffens in der Provinz, als die Freude über eine überaus engagierte und breit aufgestellte Lehrstätte.