LichtKunst Markuskirche

Mittwoch, 07.05.2008

Publikation zu zwei Lichtinstallationen in der Markuskirche Stuttgart. Hg. von Reinhard Lambert Auer und Berhard Huber. Mit Texten von Werner Sobek, Tobias Wall und Reinhard Lambert Auer. Eigenverlag, Stuttgart, 2008, ISBN 3-9810574-1-4, 32 Seiten, 13 Farbabb., Broschur mit Schutzumschlag, Format 16 x 11 cm, € .—

Kleines Booklet zur Turminstallation von Nikolaus Koliusis und der Innenrauminstallation von Chris Nägele. Der blau leuchtende, waagerechte Lichtbalken im Turm des Jugendstilbaus und die dreiteilige Arbeit im Innenraum aus Kreisen, einer Spirale und freien Formen sind nett anzuschauen und stören wenig. Leider. Die hundertjährige, im Krieg nahezu unzerstörte Kirche des Architekten Heinrich Dolmetsch hätte mehr künstlerischen Druck vertragen können.

Der Beitrag erschien in den Artheon-Mitteilungen der Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche Nr.27 (April 2009).

Anmut und Andacht. Das Diptychon im Zeitalter von Jan van Eyck, Hans Memling und Rogier van der Weyden

Mittwoch, 07.05.2008

Publikation anlässlich der Ausstellungen „Prayers and Portraits“ in der National Gallery of Art, Washington, vom 12.11. 2006 – 04.02. 2007 und „Vlaamse primitieven, de mooiste tweeluiken“ im Koninkijk Museum, Antwerpen, vom 03.03. – 27.05. 2007. Katalogzusammenstellung von Niko van Hout mit Dank an John Oliver Hand, Catherine A. Metzger und Ron Spronk. Belser Verlag, Stuttgart, 2007, ISBN 978-3-7630-2473-5, 112 Seiten, 94 Farbabb., gebunden, Format 24 x 28 cm, € 29,90

„Anmut und Andacht“ ist die deutsche Zusammenfassung zweier umfangreicher wissenschaftlicher Publikationen zum Thema der niederländischen Diptychen im 15. und 16. Jahrhundert. Die Forschung an den zweiteiligen, aber häufig getrennt über die Welt verstreuten Tafeln hatte überraschende Ergebnisse. Tafeln, die als zusammengehörig galten, wurden durch moderne Techniken auseinanderdividiert, weil sie zum Beispiel ursprünglich als Flügel eines Triptychons dienten. Auf der anderen Seite wurde vermeintlichen Einzelstücken überraschend ein Partner zur Seite gestellt. Der Katalog fasst in einer Einleitung die Forschungsergebnisse zusammen und stellt den 35 Werken kurze Erläuterungen bei. Bestanden die Tafeln zu Beginn meist nur aus zwei Heiligendarstellungen, so schlich sich später der Stifter des Werkes in die rechte Bildhälfte, während häufig Maria links mit dem Christuskind zu sehen ist. Die spätesten Werke sind verweltlicht. Die Heiligen wurden durch Familienmitglieder oder Freunde ersetzt.
Die anmutigen Bilder und leichten Texte laden zum Schmökern ein. Die kunstgeschichtlichen Erläuterungen hätten gerne etwas ausführlicher ausfallen können.

Der Beitrag erschien in den Artheon-Mitteilungen der Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche Nr.27 (April 2009).

Lo Spirito del Lago Isola Bella. Die Versuchung des hl. Antonius

Dienstag, 06.05.2008

Katalog zur gleichnamigen Ausstellung auf der Isola Bella/Italien vom 06.07. – 31.10.2003 und in den Museen im Antonierhaus Memmingen vom 22.01 2006 – 21.01.2007. Hg. von Hartmut Kraft. Mit Texten von Hartmut Kraft, Andrea del Guercio und Birgit Kahle. Salon-Verlag, Köln, 2003, ISBN 3-89770-210-X, 88 Seiten, 77 Farbabb., Format 21 x 29 cm, Pappband, € 20,–

Das Ausstellungsprojekt „ Il Spirito del Lago“ auf der Isola Bella im italienischen Teil des Lago Maggiore wurde 1997 ins Leben gerufen. Wechselnde internationale Künstler konzipieren dort jedes Jahr Installationen zu einem Thema. 2003 stand der Heilige Antonius im Mittelpunkt. Das Katalogbuch gibt eine kurze historische Einführung und verdeutlicht, dass die Versuchung des Hl. Antonius in ihrer Grundthematik der Spaltung der Welt und des Denkens wieder höchste Aktualität besitzt. Auch die drei Themen der Versuchung: Frauen, Ungeheuer und Macht/Reichtum üben nach wie vor eine enorme Faszination auf Künstler aus. Die Bebilderung der Installationen wird begleitet von kurzen Erläuterungen und stimmungsvollen Fotoimpressionen der Isola Bella. Die durchwachsene Qualität der Kunstwerke hat gegenüber der barocken Pracht des Palazzo Borromeo allerdings einen schweren Stand.

Der Beitrag erschien in den Artheon-Mitteilungen der Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche Nr.27 (April 2009).

Dieter Krieg – Fritten und Brillanten im Kunstmuseum Stuttgart

Dienstag, 06.05.2008

Dicke Farbschichten auf riesigen Leinwänden geschliert, banale Motive wie Spiegeleier, Bücher und Duschvorhänge in Serie gemalt und ins gigantisch Bedeutungsvolle überhöht, wütende, hingeblaffte Sätze, die zu Malerei werden. Der Maler und Rektor der Kunstakademie Düsseldorf Markus Lüpertz sagt im Audioguide zur ersten umfassenden Retrospektive des 1995 gestorbenen Dieter Krieg: „Sie haben immer das Problem zwischen dem, was sie wollen und dem, was sie können…und dieses Annähern dieser beiden Punkte, das beschäftigt jeden Künstler, und das ist unter Umständen Krieg – nicht Dieter Krieg, sondern Krieg“.

„Hosn kaufn bis zum Tod“ hat der Künstler in groben Buchstaben über fünf großformatige Gemälde mit Fischgrätmuster gepinselt. Fritten und Brillanten vereinigt er in einem anderen Bild. Ein Grübler, Partisan der Wertigkeiten, Kämpfer gegen die Endlichkeit? Wie malt man ein Kartoffelstäbchen und warum eigentlich? Im Gepäck die Literatur von Marcel Proust, James Joyce, Jean-Paul Sartre oder Arno Schmidt, auf der Staffelei Bilder mit Kreuzen und Todesanzeigen neben seitenlangen, manisch abgetippten Boulevard-Meldungen aus BILD und EXPRESS. Bereits verkaufte Werke, die er für zu gefällig hielt, erbat er von den Sammlern zurück und vernichtete sie. Ein extremes Werk, zu sehen bis 17. August in einer umfassenden Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart und reich bebildert in einem dicken Katalog.