Interview Astrid Nippoldt
Donnerstag, 15.04.2010
In ihren Foto- und Videoarbeiten untersucht Astrid Nippoldt (*1973) die „Fallen und Fährten“ unseres medial geprägten Alltags. An optischer und akustischer Inspiration besteht in ihrer Wahlheimat Berlin kein Mangel und bei drohender Reizüberflutung hilft der Rückzug in die Einsamkeit. sonnendeck- Redakteur Michael Reuter führte ein Email-Interview mit der Künstlerin.
Sind Sie eigentlich richtig bei der Foto-Triennale? Sie machen doch Videos?
Sicher bin ich in zuletzt vorwiegend mit Videoarbeiten in Erscheinung getreten. Dennoch kommt es immer häufiger vor, dass ich bildverwandte Medien wie Fotografie oder Zeichnung hinzuziehe.
Gerade, wenn es wie hier in der Serie “Parioli” einen filmischen Charakter gibt und sich Einzelbilder zu Sequenzen zusammenziehen lassen, empfinde ich den Unterschied zur Videokunst als minimal.
Schließlich findet jede Arbeit letztlich im Kopf des Betrachters statt, da spielt das ursprüngliche Medium kaum noch eine Rolle.
Hinzu kommt, dass ich für diese Fotoserie Videoaufnahmen als Quellmaterial verwendet habe.
Den Sprung zwischen den Medien finde ich außerordentlich spannend, so kann ich mir kaum eine medienspezifische Ausstellung vorstellen, zu der ich mich nicht hingezogen fühle.
Die Fotoserie „Parioli“ beschäftigt sich mit Prominenz, mit Menschen in der Anonymität, mit beobachten und beobachtet werden. Auch Ihr Video “Getaway Inn”, das 2006/07 während eines Stipendiums in der Villa Massimo in Rom entstand, spielt mit diesen Themen. Es erscheint mir schwer, auf diesem abgegrasten Terrain neue Aspekte aufzufinden. Worum geht es Ihnen genau?
Natürlich geht es mir um das Sehen. Um Sehgewohnheiten. Um die Konditionierung des Blicks und den Kontrollverlust über das Bild. Um die Fallen und Fährten, in die uns unsere medial geprägte Wahrnehmung führt.
Szenen und Stimmungen, hier bei abendlichen Veranstaltungen im Park der Villa Massimo, bilden dazu die perfekte Projektionsfläche.
Wie Protagonisten an einem düsteren Filmset begeben sich die Gäste willig ins Scheinwerferlicht.
Auch wenn die Szenen inszeniert scheinen, gehen die Bilder auf rein dokumentarische Aufnahmen zurück. Dieses Spannungsfeld zwischen den Genres interessiert mich sehr.
Ihre Videos und Stills sind nicht eigentlich narrativ, haben aber eine dramatische Grundstimmung. Als was funktioniert der „Suspense“ in Ihrer Arbeit?
Ich versuche, mit möglichst wenig möglichst viel zu zeigen. Das funktioniert aber nur dann, wenn sich der Film im Kopf des Betrachters weitererzählt. Ich denke, dass diese Mischung aus Lakonie und atmosphärischer Aufladung eben dazu beiträgt.
Dienen die Farbschwankungen, flackernden Bilder und starken Licht- und Schattenkontraste nur dem Aufbau einer inhaltlichen Atmosphäre oder reflektieren Sie damit auch Technik und Geschichte der Filmkunst?
In dieser Hinsicht bin ich Anachronist. Das heißt, ich agiere zwischen den Zeiten, indem ich mich der Bildästhetiken verschiedener Zeiten und Herkünfte bediene. Diese Bastarde aus disparaten Bildwelten faszinieren mich.
Hinzu kommt, dass ich die Herausforderung technischer “Fehlleistungen” gerne annehme, um so zu unkonventionellen Ergebnissen zu kommen. Hier lässt sich ein Subtext in die Arbeit einflechten, der sich über die einfache Abbildung so nicht darstellen ließe.
Wie stemmt sich eine zeitgenössische Medienkünstlerin gegen die Bildermassen? Wirkt die visuelle Vielfalt, die uns 24/7 umgibt, eher einschüchternd oder inspirierend?
Manchmal ermüdend, da geht es mir nicht anders als anderen Leuten.
Trotzdem gibt es da eine Leidenschaft fürs Visuelle, die mir trotz des gelegentlichen Überdrusses nicht abhanden gekommen zu sein scheint.
Wenn ich einen Film mit guten Bildern und starker Atmosphäre oder eine inspirierende Dokumentation sehe, begeistert mich das jedesmal, als gäbe es diesen ganzen Schrott ringsherum nicht, vielleicht aber auch gerade deswegen, als Insel der Erholung.
Schwieriger finde ich in dieser Hinsicht den realen Alltag in einer Großstadt wie zum Beispiel Berlin, wo man täglich Tausenden von Menschen begegnet und man überall mit visuellen und akustischen Reizen bombardiert wird. Für die Inspiration ist das eher kontraproduktiv.
Da bevorzuge ich die Monotonie und die totale Begrenzung der Mittel, deshalb fahre ich demnächst für eine Woche nach Island, nur wandern und filmen.
Die Technik wird immer besser, die Fotografie der Laien immer schlechter, weil ein Foto nur mehr eine schnell konsumierbare Erinnerung ohne Reflexion und Dauer sein muss: schnell geschossen – schnell verbreitet – schnell vergessen. Ist die Dauer, das bewusste Innehalten, ein Anachronismus?
Da bin ich Optimist und glaube zu einem gewissen Grad an die Selbstregulierung der Bedürfnisse, in dem Sinne, als dass es zu jeder Entwicklung eine Gegenentwicklung gibt. Nach der Invasion digitaler Kompaktkameras erleben gerade die Spiegelreflexkameras eine kleine Rennaissance. Handys können mittlerweile HD-Filme drehen. Bildqualitäten spielen auch im Amateurbereich eine immer größere Rolle. Immerhin steigen also die Ansprüche, ob der Umgang mit dem einzelnen Bild dadurch aber bewusster wird, darf bezweifelt werden. Andererseits setzen Werbung und Design Bilder mit zum Teil brillianter Virtuosität ein, was unsere Sehgewohnheiten durchaus positiv prägen kann.
Was als Herausforderung für die Kunst bleibt, ist in der Tat die Reflektion, das permantente Hinterfragen der Erscheinungsweisen der Welt, egal wie viel Zeit es kosten mag. Da darf man ruhig ein wenig „unzeitgemäß“ sein.
Ist die Fotografie ein Leitmedium in Kunst und Design geworden und was bedeutet das für die Fotografie?
Zusammen mit der Videokunst ist die Fotografie ein Medium, das “wahrnimmt”, das quasi als drittes Auge eine Verbindung zur Umwelt herstellt und diese aufzeichnet. Was ihr (im wertfreien Sinne!) manipulatives Potential betrifft, steht sie dabei keinem anderen künstlerischen Medium nach. Und letztlich geht es ohnehin darum, was daraus gemacht wird, was hinten dabei raus kommt.
Der Beitrag erschien in der Stuttgarter Kunstzeitschrift Sonnendeck, Ausgabe 83, Juli 2010.
Die Erweiterung des gedanklichen Horizontes
Montag, 12.04.2010
Klimawandel? Nicht schon wieder! Und vor allem: Was hat die Kunst damit zu tun? Welcher Maler, Bildhauer oder Konzeptkünstler wagt sich aus der kuscheligen Ecke formaler und konzeptioneller Unverbindlichkeit, um sich mit Erderwärmung und steigendem Meeresspiegel zu beschäftigen?
Mitte des Jahres erscheint bei DuMont das Buch Kunst und Klimawandel von Raimar Stange. Die Kunst kann und muss, so seine Überzeugung, angesichts der Klimakatastrophe warnen, aufrütteln und kritisieren. sonnendeck -Redakteur Michael Reuter rührte sich angesichts steigender Benzinpreise nicht vom Fleck und führte ein energiesparendes Email-Interview mit dem freien Kurator und Kunstpublizisten.
In der Regel sind Bildende Künstler ja übervorsichtig mit politischen Aussagen, um nicht Gefahr zu laufen, in der Agitprop-Ecke zu versauern. Wie zaghaft verhalten sich die Kreativen beim Thema Klimawandel?
Ich denke nicht, dass Künstler in der Regel übervorsichtig mit politischen Aussagen sind. Außerdem: Wenn wir mal überlegen welche Künstler z. B. aus den 1960er Jahren jetzt noch relevant sind, dann sind es eben vor allem die “politischen Künstler” wie Allan Sekula, Hans Haake, Martha Rosler oder Gustav Metzger. Und so ist es auch heute: Viele Künstler und Künstlerinnen engagieren sich zum Thema Klimakatastrophe, z. B. Tue Greenfort, Anna Meyer, Manfred Pernice, Dan Peterman, Ai Weiwei, Christine Würmell, Olaf Nicolai, Almut Linde …
Für mich war es auch eine einschneidende Erfahrung, dass ein Künstler wie Douglas Gordon, einer der weltweit erfolgreichsten Künstler seiner Generation, mich angerufen hat und fragte: “Raimar, du kuratierst doch gerade was zu Kunst und Klimawandel. Kann ich mitmachen?”
Die Fakten zum Klimawandel liegen seit geraumer Zeit auf dem Tisch. Im Hinblick auf das bildungsbürgerliche Kunstpublikum scheint mir eine weitere Sensibilisierung eher unnötig. An welchen Punkten der Klima-Diskussion setzen die Künstler an? Was kann die Kunst, was andere Medien vielleicht nicht können?
Zwar ist es richtig, dass die Fakten zur Klimakatastrophe seit längerem bekannt sind, steht das Thema doch bereits seit 1972 (!) auf der offiziellen Agenda der UN. Das heißt aber noch lange nicht, dass das bildungsbürgerliche Kunstpublikum tatsächlich sensibilisiert ist. So fahren ja auch diese Leute weiterhin fröhlich Auto, fliegen mit einem Jet zu großen Ausstellungen, wählen beinahe zur Hälfte die „Umweltverbrecher“ CDU (die z. B. gerade ihre Zusagen in Kopenhagen nicht einhalten und im Haushalt nur einen Bruchteil der dort zugesagten finanziellen Mittel zum Kampf gegen die Klimakatastrophe bereitstellen) und vor allem meinen all zu viele im Kunstvolk, dass die Kunst sich doch eher um “ästhetische Fragen” kümmern sollte und damit meinen sie meist formale und konzeptionelle Spielereien.
Da kann Kunst sehr wohl noch sensibilisieren, indem sie warnt, aufklärt, schockiert, Alternativen entwickelt. Und ich befürchte, nur noch die Kunst kann dies, denn trotz aller Kommerzialisierung ist ihr Betriebssystem noch relativ frei und unabhängig von den real-existierenden Zwängen, denen z. B. die Mainstream-Presse allein dadurch unterliegt, weil sie von Anzeigenkunden abhängig ist. Und auch die Universitäten, um nur noch ein weiteres Beispiel zu nennen, sind längst abhängig von den Zuwendungen der Industrie.
Die Kuratorin der Ausstellung “Earth”, die bis Ende Januar in der Royal Academy of Arts in London stattfand, sagte, sie wolle keine Pinguine, Eisberge oder Informationen, sie wolle “eine ästhetische Resonanz”. Das dürfte Ihnen dann ja entschieden zu wenig sein. Könnten Sie einige Arbeiten kurz beschreiben, die Sie für besonders gelungen halten im Hinblick auf konkrete Lösungsansätze oder mögliche gesellschaftliche Alternativen?
Sehen Sie, genau dies ist zu kurz gedacht: Es geht in der Kunst nicht um konkrete Lösungsansätze oder gesellschaftliche Alternativen. Da sind die Wissenschaft und die Politik gefordert und beide sollten da auch nicht aus der Pflicht genommen werden. Genau darum muss man denen halt immer wieder sagen, dass das, was da im Moment real-politisch geleistet wird, ein sehr schlechter Witz ist, der von den Global Playern finanziert wird und BEWUSST den möglichen Tod unzähliger Menschen in Kauf nimmt (nicht das erste Mal in der Geschichte!). Dieses Anmahnen ist aber nicht vorrangig die Aufgabe der Kunst, sondern die Pflicht eines jeden!
Die Kunst kann “utopische”, aber dennoch denkbare Modelle, etwa von Architektur, erarbeiten, siehe z. B. Marjetica Potrc, Dan Peterman, Peter Fend oder Tue Greenfort, die auf eine Erweiterung des gedanklichen Horizontes zielen und damit langfristig auch pragmatische Veränderungen in unserer Lebensgestaltung ermöglichen. Die Erweiterung des gedanklichen und bewusstseinsmäßigen Horizontes voranzutreiben, weg von einer egoistischen Erhabenheit über die Natur hin zu einem gleichberechtigten Miteinander, wie z. B. Bruno Latour es in seinem “Parlament der Dinge” beschreibt, dies ist eine Aufgabe der Kunst jetzt.
Der Beitrag erschien in der Stuttgarter Kunstzeitschrift Sonnendeck, Ausgabe 81, Mai 2010.
Die Stadt nach dem Öl: Zukunftsentwürfe zwischen schönen Illusionen und harten Fakten
Mittwoch, 13.01.2010
Die Ausstellung Post-Oil City – Die Stadt nach dem Öl in der ifa-Galerie Stuttgart stellt urbanistische Projekte vor, die im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Mobilität in Zeiten schwindender Ölreserven vorbildhaft und zukunftsweisend sind. Kooperationspartner ist die Architekturzeitschrift ARCH+, die neben der Ausstellung ein umfangreiches Katalogheft präsentiert. sonnendeck-Redakteur Michael Reuter sprach mit Christian Berkes, der zum Kuratorenteam der Ausstellung gehört. Weiterlesen »
Startknopf? Welcher Startknopf?
Dienstag, 15.09.2009
Fotografien verblassen, Magnetbänder zerfallen zu Staub, Webseiten verschwinden im digitalen Nirvana und keiner weiß mehr, wie die antike Videoinstallation funktioniert. Der im Oktober 2006 gestartete zweijährige Master-Studiengang „Konservierung Neuer Medien und Digitaler Informationen“ (KNMDI) an der Kunstakademie Stuttgart verspricht Abhilfe. Mit dem Programmkoordinator Klaus Pollmeier sprach sonnendeck-Redakteur Michael Reuter. Weiterlesen »
Neues Leben aus alten Pelzmänteln
Montag, 11.05.2009
Die animalischen Cut-Outs der Künstlergruppe NEOZOON können in Berlin und Paris hinter jeder Straßenecke lauern. Einzelne Tiere oder ganze Herden von Schafen, Rehen, Hasen und Bären, dazu in den Bäumen hängende faultierartige Wesen. Sie alle haben eine gemeinsame Herkunft: Es sind alte Pelzmäntel, die von NEOZOON künstlerisch bearbeitet und im Großstadtdschungel aussetzt werden. Michael Reuter führte ein Mailinterview mit den anonymen „Rekreationisten“. Weiterlesen »
Wer fürchtet sich vor der schwarzen Frau?
Sonntag, 10.05.2009
Leichen, tote und missbrauchte Frauen und Kinder, gewaltsam Verstorbene: Die Bilder von Heike Ruschmeyer (*1956) sind nichts für zartbesaitete Gemüter. Dabei zelebriert die Künstlerin weder satanischen Messen noch bevölkert sie ihre Bilderwelt mit erdachten Horrorszenarien. Ihre Inspiration entzündet sich vielmehr an Tatortfotos aus der gerichtsmedizinischen Literatur – vorgefundene Wirklichkeiten, die sie in eine bedrückende Malerei übersetzt. „In den Fotos finde ich etwas, das mich reizt, mit dem ich mich identifizieren kann“, versucht Ruschmeyer ihre Arbeitsweise zu verdeutlichen. „Es handelt sich häufig um Tote, weil deren Darstellung mir einen Freiraum bietet, in eine Geschichte einzutreten, die ich nicht kenne, aber die meine eigene sein könnte.“ Würde stattdessen ein Modell im Atelier sitzen, das seine eigene Geschichte erzählt, wäre der Widerstand viel größer, den die Malerin überwinden müsste, um an ihr Bild zu kommen. Weiterlesen »
„Junge Künstler sind wieder interessierter an gesellschaftspolitischen Fragen“
Donnerstag, 05.03.2009
meint Petra von Olschowski, Geschäftsführerin der Kunststiftung Baden-Württemberg im Gespräch mit sonnendeck-Redakteur Michael Reuter
Für jeden Euro, den die Kunststiftung als Spende sammelt, erhält sie vom Land Baden-Württemberg noch einmal den gleichen Betrag als Komplementärmittel. Spüren Sie bereits Auswirkungen der Rezession auf die Spendenbereitschaft?
Nachdem 2007 und noch Anfang 2008 eine spürbare Aufbruchstimmung herrschte, haben wir im Moment durchaus eine schwierigere Situation. Ob das aber mit der Rezession zusammenhängt, ist schwer zu sagen. Wir können auch nicht absehen, wie sich die Dinge weiter entwickeln. Im Unterschied zu anderen Einrichtungen, die ihre Grundfinanzierung aus öffentlicher Hand beziehen und für die das Sponsoring nur eine Zusatzmöglichkeit ist, Geld zu gewinnen, befindet sich die Kunststiftung in einer labileren Situation. Wir konnten im letzten Jahr die Höchstmittel an Komplementärmitteln vom Land abrufen, aber wir merken auch, dass die Haltung der Spender, auch bei kleineren Summen, vorsichtiger geworden ist. Weiterlesen »
Nun sag’, wie hast du’s mit der Utopie?
Donnerstag, 29.01.2009
Michael Reuter im Gespräch mit Wolfgang Ullrich, Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
Der Philosoph Ernst Bloch beschreibt in seinem Hauptwerk „Prinzip Hoffnung“ die Utopie als eine im Kern nach vorn gerichtete Intention: „… jedes Kunstwerk, jede zentrale Philosophie hatte und hat ein utopisches Fenster, worin eine Landschaft liegt, die sich erst bildet.“ Hat sich die zeitgenössische Kunst nicht längst in ein marktwirtschaftlich geprägtes, fensterloses Separee zurückgezogen?
Es gibt noch einen aus der Romantik und den Avantgarden kommenden Gestus der Kunst, das ganz „Andere“ sein zu wollen und von einer besseren Welt zu künden. Aber ich glaube nicht, dass die zeitgenössische Kunst hier am stärksten ist. Sie ist eher reaktiv und reflektierend. Sie erlaubt uns, die heutige Welt besser zu verstehen, aber sie formuliert keine anderen, utopischen Welten.
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Wenn ich sterbe, stirbt meine Sammlung
Montag, 05.01.2009
Ganz im Norden des Landkreises Ludwigsburg liegt Bönnigheim. Neben dem Schwäbischen Schnapsmuseum und der Sudentendeutschen Heimatstube kann die Kleinstadt vor allem mit einem Pfund wuchern: dem im September 1996 eröffneten Museum Charlotte Zander im Schloss Bönnigheim. Über 4.000 Werke der Naiven Kunst, Art Brut und Outsider Art hat die Sammlerin im Laufe von fünf Jahrzehnten erworben. Es ist die größte Privatsammlung ihrer Art, unbedingt sehenswert, nicht weit von Stuttgart entfernt und dämmert doch seit Jahren in einem unfreiwilligen Dornröschenschlaf.
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Mehr Outside geht nicht! Ein Interview mit Jenz Dieckmann, dem Herausgeber der Kunst-Fanzine „INSIDE artzine“
Dienstag, 11.11.2008
Deine Compilations von extremen Bildern und Grafiken lösen bei vielen Leuten nur eine Reaktion aus: Was für ein kranker Scheiß! Verstümmelte Puppen, Sex- und Gewaltfantasien, morbide Albträume und eine Menge Körper in verschiedenen Stadien des Verfalls. Trauen sich deine Autoren und Künstler überhaupt noch auf die Straße?
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